Interview Andreas Geith 21 Juni 2017 Zurück

Managing Director SWISSPACER

Interview Andreas Geith

Immer mehr Anbieter auf dem Markt versuchen, bei der Wärmeleitfähigkeit ihrer Abstandhalterprodukte die Lücke zum Marktführer SWISSPACER zu schließen. Was bedeutet das für Sie, Herr Geith, in Hinblick auf Ihre Marktposition?

Diese Entwicklung hin zu mehr Energieeffizienz sehen wir ganz klar positiv. Denn das heißt, dass die Bedeutung von Warme Kante Abstandhaltern erkannt wird. Demzufolge wird auch der Markt für unsere Premiumprodukte größer. Natürlich wäre man gern der einzige Anbieter auf dem Markt, aber die Kunden wollen schließlich die Wahl haben und das wiederum hilft, den Markt weiter zu entwickeln. Außerdem sind wir als Marktführer und Patentinhaber Impulsgeber – das zeigen auch die Lizenzen, die wir an andere Warme Kante Anbieter vergeben haben. Mit dem SWISSPACER Ultimate haben wir eine kontinuierliche Erfolgsstory geschrieben. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Macht es Sinn, in der Entwicklung weiter alles auf Promilleverbesserungen beim Psi-Wert zu setzen oder gehen Sie einen anderen Weg?

Jede Verbesserung ist willkommen. Es stellt sich jedoch die Frage nach dem gesamtwirtschaftlichen Nutzen. Die physikalischen Grenzen des Machbaren sind ja schon nahezu erreicht und es  scheint wenig sinnvoll, wertvolle F&E-Ressourcen allein darauf zu fokussieren. Unser Weg ist ein anderer: wir wollen ein komplettes System anbieten, bestehend aus Qualität, Design und optimaler Verarbeitbarkeit. Dazu gilt es auch die Maschinentechnologie, den dazu gehörigen Service sowie das fertige Fenster in den Blick nehmen. Konzeptlösungen, die das alles ganzheitlich betrachten, gehört aus unserer Sicht die Zukunft.

Welche Chancen sehen Sie, für Ihre Abstandhalterprodukte die Verarbeitbarkeit zu verbessern?

Was die manuelle Verarbeitung angeht, haben wir das beste Produkt auf dem Markt: Unsere Abstandhalter sind sehr stabil, maßhaltig und leicht zu stecken. Auch im Bereich der industriellen Verarbeitung und Produktivität sind wir auf dem Stand der Technik – mit den geschweißten Ecken bieten wir Lösungen an, die in Qualität und in Ästhetik überzeugen. Das lässt sich mit der eher alt hergebrachten Biege-Technologie nicht erreichen.

Sie setzen sich für die Überprüfung der Wärmeleitfähigkeit von Warme Kante Abstandhaltern durch das ift Rosenheim ein. Warum ist Ihnen das so wichtig?

Es ist doch im Sinne aller Anbieter, klare Transparenz zu schaffen. Wie wichtig das für den Markt ist, zeigt nicht zuletzt das Dilemma bei den Diesel Abgaswerten in der Automobilbranche. Deshalb machen wir uns stark für die unabhängige Prüfung von allen Produkten auf dem Markt. Für Isoliergläser sind ähnliche Prüfungen durch die RAL Gütegemeinschaft schon längst vorgeschrieben, da sollten wir bei den Abstandhaltern nicht hinterher hinken. Unsere Kunden haben einen berechtigten Anspruch auf transparente Vergleichbarkeit.

Für dünnere Scheiben bei Dreifach-Glasaufbauten haben Sie SWISSPACER TRIPLE als innovative Entwicklung am Markt positioniert, bei der sich die Verbindung der Abstandhalter über einen seitlichen Steg positiv auf die Verarbeitungszeit auswirken und asymmetrische Scheibenaufbauten einen Schalldämm-Push ermöglichen sollen – aus Ihrer Sicht ein Beleg für den Kundennutzen aus der interdisziplinären Zusammenarbeit in einem Multibaukonzern wie Saint-Gobain?

Selbstverständlich profitieren wir enorm  vom Knowhow des größten europäischen Isolierglasherstellers, um unsere Produkte optimal zu entwickeln und Gesamtlösungen mit hohem Synergiewert anzubieten. Mit dem SWISSPACER TRIPLE können Dreifachisoliergläser einfacher, präziser, effizienter und vor allem mit geringerem Gewicht produziert werden – damit wird auch das Handling beim Einbau leichter.

Welche Anforderungen stellen handwerklich aufgestellte Fensterbaubetriebe an Ihre Produkte?

In erster Linie Ehrlichkeit, Berechenbarkeit, Qualität und Design. Wir schätzen und verstehen den innovativen Antrieb und die Visionen unserer mittelständischen, häufig inhabergeführten Kunden. Schließlich war auch SWISSPACER mal ein kleines Startup, an dessen Ideen seinerzeit  kaum jemand geglaubt hat. Die pragmatisch handwerkliche Denke ist Teil unserer DNA. Daraus ziehen wir noch heute wichtige Impulse für Lösungen der Zukunft. 

 

Danke, Herr Geith, für dieses Gespräch.